Biographische Auskunft

Paul-Christoph Trüper (M.A.) ·  August 1983 · angehender Kulturwissenschaftler mit Schwerpunkt Philosophie

Ich bin angehender Kulturwissenschaftler mit einer Spezialisierung in Philosophie. Schwerpunkte meiner Arbeit liegen in der Praktischen Philosophie - Ethik in Anwendung auf verschiedene Lebenskontexte und Zusammenhänge; Sozialphilosophie - sowie kulturgeschichtlich im Langen 19. Jahrhundert (Frühe Moderne) bis zum Ersten Weltkrieg: in den Wandlungsprozessen, durch die aus traditionelleren Gesellschaftsformen allmählich moderne Gesellschaften hervorgingen, auf den Spuren der offenen Suche nach gerechteren Alternativen gesellschaftlicher Organisation.

Aktuell beschäftigen mich besonders Debatten zur Philosophie der Kindheit und der biographischen Entwicklung. Zugleich verfolge ich aber auch das Themenfeld Medizinethik (Theorie und Geschichte), insbesondere im Zusammenhang mit Behinderung, aufmerksam weiter. Auch die Future  of Work - Debatte zur Zukunft von Arbeitswelt und Lebensumfeld beschäftigt mich aufgrund eigener Arbeitserfahungen zunehmend. In einigen kreativen Projekten bringe ich meine Themen zudem auf eine andere, intuitive Art ins Spiel.

Beruflich bin ich derzeit seit mehreren Jahren für die Inklusion an Hochschulen aktiv. Mit Ausnahme einiger Berührugspunkte im Bereich Behinderung (ent-)stehen meine kulturwissenschaftlichen, kreativen Recherchen und Projekte alle neben der beruflichen Tätigkeit. Auf TextTräger fächere ich das Spektrum meiner bisherigen Arbeiten öffentlich auf und stelle ausgewählte eigene Texte, Online-Projekte und Portfolios zur Diskussion.

Vermutlich ist es nie selbstverständlich, in eine Lebensposition zu kommen, in der man Gelegenheit hat, gut und gerne zu tun, was man tut und zum Ausdruck bringen kann, was einen persönlich ausmacht. In meinem Fall erst recht nicht, denn es stehen einige zusätzliche Hindernisse im Weg:

Im August 1983 wurde ich einige entscheidende Tage zu früh geboren und lebe seitdem mit den Auswirkungen einer schweren Mobilitätsbehinderung und in ständiger Begleitung verschiedener Rollstühle. Nach meiner Grundschulzeit an der Fritz-Felsenstein-Schule für Körperbehinderte nutzte ich die Möglichkeit, ans Rudolf-Diesel-Gymnasium Augsburg zu wechseln und erreichte dort 2004 mit Erfolg ein neusprachliches Abitur.

Nach dem Schulabschluss entschied ich mich erstmals, im Studium meinen eigenen Interessen - vor allem denen für vielfältiges Denken - zu folgen und schlug so einen kulturwissenschaftlich geprägten Reflexions- und Arbeitsweg ein: Ich nahm mein Bachelorstudium im fächerübergreifenden Studiengang ?European Studies? (?Europawissenschaften?) auf und studierte eingangs an der Universität Augsburg (Erstsemester) und ? für den bedeutendsten Teil des Studiums bis zum Abschluss ? an der Universität Passau. Dort erhielt ich 2008 meinen kulturwissenschaftlichen Bachelor.

Bis Ende 2010 war ich daraufhin als Projektmitarbeiter bei einem staatsnahen Kompetenzzentrum für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in der internationalen Kommunikation von Kooperationsprojekten und Konzepten engagiert. Nach dieser ersten konkreten Berufserfahrung in einem politischen Handlungsfeld entschloss ich mich, meine kulturwissenschaftliche Grundkompetenz theorethisch zu vertiefen und meine kritischen Nachfragen auf einer neu und umfassender durchdachten Basis weiterzuführen.

Im Masterstudium der Philosophie nutzte ich die Gelegenheit, eigene und erzählte Erfahrungen sorgfältig und von vielen Seiten her zu reflektieren. Die Philosophie stellte mir und anderen dazu ihre einzigartigen, ihr speziell zugehörigen, Mittel und Möglichkeiten bereit, um meinen analytischen Blick zu schulen. Nun kann ich mein Engagement in verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen auf ein erweitertes Spektrum an Erkenntnissen und Methoden aufbauen. Es ist mir weiterhin wichtig, mich mittels konkreter Projektarbeit, aber auch durch Diskussionsbeiträge und Ideenentwicklung zu beteiligen.

Den Quereinstieg in diesen ? aus großer Begeisterung und mit ehrgeizigen Reflexionsanliegen gewählten ? zweiten Studienabschnitt ermöglichte mir 2011 die Universität Regensburg. 2013 wechselte ich an das renomierte Philosophische Seminar der Universität Münster, um insbesondere meinen fachlichen Interessen in der Praktischen Philosophie gezielter nachgehen zu können.

Dort hatte ich das Glück, die Philosophie anhand der ganzen Breite ihrer ? teils sehr kontroversen ? Positionen erleben zu dürfen und die Chancen zu erfahren, die in philosophischer Diskussion und Meinungsbildung ? über die Kontroversen hinaus ? liegen. Das offene, vielseitige Diskussionsklima und der aufgeschlossene Umgang mit der intellektuellen Neugier des Nachwuchses am Münsteraner Seminar haben mich nachhaltig beeindruckt. Sie sollen auch meine eigene Arbeitshaltung fortan prägen. Im September 2014 brachte ich mein Masterstudium in Münster mit einer reproduktionsethischen Arbeit zum Behinderungsverständnis sehr erfolgreich zum Abschluss.

Seither bin ich schon einige Jahre lang hauptberuflich im hoschulpolitischen Kontext für die Belange behinderter Student/innen und Beschäftigter aktiv. 2015 - 2017 unterstützte ich an der Universität Kassel als Koordinator Studium und Behinderung im Rahmen der dortigen Inklusionsarbeit akademischen Nachwuchs, dessen Sondersituation mir selbst sehr nahe ist.  Seit April 2017 kümmere ich mich als zuständiger Projektkoordinator um Konzeption und Ausführung eines Aktionsplans Inklusion für die Goethe-Universität Frankfurt (Gleichstellungsbüro). In der mir darüber hinaus verbleibenden Zeit setze ich mit Bedacht einen gegenläufigen Akzent auf meine eigenen gedanklichen Experimente und Anliegen.

Ein besonderes Interesse meiner Überlegungen und Nachforschungen betrifft die Frage, auf welcher gedanklichen Grundlage Menschen ihr persönliches Leben und ihr gemeinsames Zusammenleben einrichten. Fachliche Arbeitsschwerpunkte liegen dementsprechend in der Ethik und Sozialphilosophie (Praktische Philosophie), mit einem Akzent auf anthropologischen Fragestellungen zum darunterliegenden Menschenbild. Einen genaueren Überblick bietet Ihnen die folgende Aufstellung von Anliegen und Themen.

In letzter Zeit habe ich außerdem wieder begonnen, die Digitale Kunst als Gedanken-Spielwiese zu entdecken und verwirkliche meist fotobasierte Bildideen - ohne hochfliegenden Anspruch und mit stark intuitivem Ansatz. Diese Kompositionen erwachsen grundsätzlich aus Elementen, Szenen und Materialien der Natur.

Neben allem schätze ich Ruhepausen: An schönen Tagen findet man mich gerne in Parks oder Museen. Öfter bin ich auch in Deutschland unterwegs ? und gelegentlich packt mich das Fernweh nach Südeuropas Sonne. 

? Sofern Sie sich für meine Arbeit, meinen Lebenslauf auf Rädern oder eines der hier präsentierten Projekte näher interessieren: Sprechen Sie mich gerne an.

Sprachen: Deutsch, Englisch · Grundkenntnisse: Spanisch, Französisch · Latein
Grundkenntnisse in formaler Logik und imperativer, objektorientierter Programmierung

Stand: 6/2019 (in Fortsetzung)